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Jörg Gronmayer - historische Romane für Kinder & Jugendliche


Schreibwerkzeug

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich spezielle Hard- und Software beim Schreiben verwende. Ja, das tue ich! Ich gehöre nicht zu den Puristen, die mit einem abgekauten Bleistiftstummel auf einer kaffeefleckigen Papierserviette Kreatives vollbringen können. Auch Software wie Vim, LaTex oder ASCII-Editoren sind für mich eher Notlösungen — auch wenn ich durch meinen 1. Beruf als Programmierer durchaus damit umgehen kann.

Ich brauche als Schreibwerkzeug ein maßgeschneidertes rundum-sorglos-Paket, das mir stereotype Verwaltungsaufgaben abnimmt, sich selbständig im Hintergrund um Backups und Revisionsnummern kümmert, eine aufgeräumte intuitive Oberfläche bietet und mit Spickzetteln, Verlaufsskizzen und ergänzenden Dokumenten meinen Gedankenfluß unterstützt. Eine Charaktere-, Schauplatz-, Requisiten-Datenbank muss dafür sorgen, daß ich keine Details vergesse und die hellblonden Schnittlauchlocken der Protagonistin nicht doch ein paar Seiten später zur kurzen roten Stoppelfrisur degenerieren.

Eine sauber funktionierende Rechtschreib- und Grammatik-Prüfung mit Duden-Empfehlungen ist für mich als Neuer-Rechtschreibungs-Legastheniker Pflicht und pfiffige Routinen, die mich vor Wortwiederholungen, zu vielen Adjektiven, Schachtelsätzen und persönlichen „Lieblingswörtern“ warnen, sind eine unschätzbare Alltags-Hilfe.

Unerläßlich ist für mich auch die Unabhängigkeit vom Betriebssystem: Auf meinen Haupt-Rechnern werkeln die großen Linux-Systeme OpenSuse und Kubuntu. Auf dem Laptop ein Puppy-Linux und auf dem mini-eeePC je nach Bedarf Win-XP oder ein Ubuntu-Netbook-Remix — und falls ich mir jemals einen Apple-Mac leisten kann, will ich natürlich auch dort alles wie gewohnt vorfinden. Die komplette Software sollte also incl. Datenbanken, Manuskripten, allen persönlichen Einstellungen und dem kompletten Revisionszweig möglichst auf einem USB-Stick Platz finden und von dort auch mit einem simplen Klick meine gesamte gewohnte Arbeitsumgebung zur Verfügung stellen.

Selbstredend, daß es keine Abstürze geben darf und alle Features „einfach so“ funktionieren sollen. Für die Zusammenarbeit mit anderen ist es natürlich sinnvoll, wenn das Programm PDF exportieren kann, Austausch mit MS-Word beherrscht (ggf. mit Notizen und Anmerkungen) und mit einem Mausklick den gesamten Roman in saubere Normseiten umwandelt, bei denen Verlagslektoren vor Freude feuchte Augen bekommen — trotzdem will ich in meiner lokalen Textversion mit den von mir favorisierten Fonts, Seitenrändern, Absatzformaten usw. arbeiten.

Hohe Ansprüche an mein berufliches „Hauptwerkzeug“, oder? …und das gibts sogar tatsächlich:

Das alles und noch viel, viel mehr beherrscht das extra für Autoren entwickelte geniale Programmpaket Papyrus Autor aus der Softwareschmiede „rom logicware“. Dass auch andere Schriftsteller damit sehr gerne arbeiten, läßt sich beim Bestsellerautor Andreas Eschbach nachlesen.

Und vergessen ist der ganze bisherige Ärger:
Nichts ist nerviger, als in einem umfangreichen MS-Word-Dokument vor- und zurückblättern zu müssen, gerade dringend benötigte Funktionen an den dümmsten Stellen in unlogischen Menüs suchen zu müssen — und ständig mit unerklärlichen Abstürzen und zwar phantasievollen, aber leider völlig unsinnigen Fehlermeldungen leben zu müssen. Ändert man kurzfristig den Ausgabedrucker, weil man gerade in einem anderen Büro ist, wird „mal eben“ der gesamte Roman nach Mickeysoft-Manier neu umbrochen.

…und außerdem: Wer ist als freier Mensch und Schriftsteller schon gerne von einem gigantischen Moloch wie Microsoft oder Apple abhängig?

Das freie OpenOffice ist da schon wesentlich zuverlässiger, aber deren Zielgruppe ist ganz klar die alltägliche Bürokommunikation und nicht unbedingt das Vieltexten (nebenbei: Papyrus gibt es auch als Büro-Suite).

Fazit: Hätte ich bei meinem ersten Manuskript schon Papyrus Autor entdeckt, hätte ich mir viel Ärger und Arbeit erspart — vielleicht wäre es heute schon ein Bestseller geworden? 😉

2 Comments »

  1. Jörg Gronmayer

    Hallo Cäsar,
    die Fußnoten verwende ich selbst eher weniger (ist bei Romanen ja nicht üblich). Laut Programmbeschreibung sind aber auch extrem viele Fußnoten, die sich auch noch über mehrere Seiten erstrecken, wie sie in wissenschaftl. Texten vorkommen, kein Problem!
    Und das Forum ist nach Anmeldung offen. Es gibt viele Ideen zur Erweiterung von Papyrus, die von den Usern und den Programm-Machern engagiert diskutiert werden, aber sicher keine „Zensur“. Im Gegenteil: Von der hervorragenden und schnellen Hilfe, die man bekommt, mal ganz abgesehen – Anwender und Programmierer bilden hier ein Team, wie ich es noch nirgends sonst auf Software-Foren erlebt habe…

    Gruß, Jörg

    #1 Comment vom 29. Dezember 2011 um 08:51

  2. Cäsar

    Hallo,
    liest sich ganz interessant, die Softwareempefehlung von Papyrus. Wie sieht es denn mit sehr langen Fußnoten aus, sind die auch machbar wie beim oft belächelten M*Word? Wird das Forum offen gehalten oder nur diejenigen Beiträge stehen gelassen, die vom Hersteller genehmen Themen beinhalten?

    Grüße

    A. R.

    #2 Comment vom 28. Dezember 2011 um 07:02

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